Dorsfeld sehen und vergehen

Man mag es ob unseres jugendlichen Aussehens kaum glauben , aber tatsächlich wohnen wir schon einige Jahrzehnte im Rhein-Erft-Kreis, kennen auch das Kerpener Stadtgebiet gut, aber zumindest einer von uns hatte noch nie das zutiefst zweifelhafte Vergnügen den Ortsteil Dorsfeld besuchen zu können. Man kann aber auch nicht mal „versehentlich“ durchfahren, denn eine Durchgangsstraße sucht man hier ebenso wie Bäckereien, Ampeln oder zuversichtige Menschen mit einem Rest Lebensmut. Dorsfed – das muss man suchen, da muss man wirklich hin wollen. Da wir ja JEDEN Ort im Rhein-Erft-Kreis heimsuchen, sind wir selbstverständlich auch hier. Kurz zumindest.

„Da ist Feld“ auf rheinisch

Offiziell gehört Dorsfeld zum Kerpener Stadtteil Blatzheim, es liegt etwas nördlich von Bergerhausen und eben Blatzheim und wird begrenzt durch die Bahnstrecke Köln-Aachen. In gewisser Weise ist also eine Fluchtmöglichkeit gegeben. Statt sich lange mit der komplizierten und zeitraubenden Findung von Straßennamen zu beschäftigen haben sich die Stadtväter und -Mütter etwas sensationell-progressives einfallen lassen: „Wir nennen jede Straße einfach so wie den Ort und geben den Häusern reihum Nummern“! Und so kann man in Dorsfeld halt im Ort, wie auch in der Straße Dorsfeld wohnen. Stark!

Liebhaber-Haus für den geschickten Handwerker

Wer noch auf Wohnungs- oder Haussuche ist und wem Alt-Manheim infrastrukturell zu erschlossen ist, der wird hier in Dorsfeld fündig und seinen Frieden machen können. Es gibt Straßen, Strom, Telefonanbindung – was will man mehr? Gehwege zum Beispiel. Auf die hat man aber verzichtet. Es fahren nun aber auch wirklich nicht so viele Personenkraftwagen durch den Ort, dass man Gefahr läuft, auf der Straße umgeholzt zu werden.

Täuschend echt – wegen der Glocke

Wer kann und einen Hauch von Schöngeist leben möchte, verschönert sein Anwesen, so gut es geht. Bei einigen sind es Blumenarrangements, bei anderen Tier-Plastiken in Lebensgröße, bei wieder anderen halt Unrat, Reifen, Erwachsenenbekleidung – alles kann, nichts muss.

Lange Dorfgeschichte

Dorsfeld kann, man vermag es kaum zu glauben, auf eine lange Geschichte zurückblicken. Anders als in fast allen anderen Orten im Rhein-Erft-Kreis waren hier allerdings nicht mal „die Römer“. Wahrscheinlich haben die weitgereisten Soldaten des Römischen Reiches den Ort einfach nicht gefunden.

Witt/Heppner-Fans sorgen vor

Im 11. Jahrhundert wird Dorsfeld dann zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert schnappten sich derer „von Bergerhausen“ den Ort und alles, was dort kreuchte und fleuchte. Was danach passierte, ist nicht überliefert. Kerpen war einst spanisch besetzt, in Dorsfeld gibt’s bis heute nicht mal ne Tapas-Bar.

Nach dem großen Erfolg von „Dorsfeld 1“ und „Dorfeld 2 – im Auge des Schakals“

Kurz gesagt: Wer Ruhe und Erholung sucht, sich dazu gerne ein bisschen gruselt, wer wenig Wert auf schöngeistige Erfahrungen legt und wer Dr. Mabuse für einen seriösen Arzt hält, der wird sich in Dorsfeld wohlfühlen. Wenn er oder sie es denn findet…

Siggi hatte alles für seinen 1-Sterne-Campingplatz vorbereitet

Wir sprachen über:

  • Das Ende alles irdischen Seins und die Verteilung der Hinterlassenschaften (ein zugegeben) morbides Thema, für das Dorsfeld aber die perfekte Kulisse bietet.
  • Die Kurzurlaubsplanungen der kommenden Monate. Wie warm ist es im Februar auf La Gomera, wie gastfreundlich ist Rumänen und wo genau wurde einst das SAT1 „Girlscamp“ (die Älteren erinnern sich) produziert?

Ohrwurm des Tages

Geht das Leben auch immer höha, weita, schnella, nicht so ist’s bei „Absolut Bella“. Man möge uns diesen anmaßenden Ausflug in die schlechte Wortwitz-Hölle verzeihen, aber übermäßiges Hören eben jenes Power-Senders erweicht das Hirn. Besonders an diesem Sonntagmittag als die sinistre Musikredaktion Titel aussuchte, die man wahrlich kaum ertragen kann. Da wäre zum Beispiel die Tochter von Bernd Ulrich und gleichzeitig Nichte von Karl-Heinz Ulrich: Daniela Alfinito. Seit sie beim Untoten-Duo „Amigos“ ihrer nächsten Verwandten mitperformen durfte, meint sie selbst, Sängerin zu sein. Bei „Absolut Bella“ besingt sie, wie ihr Morgenritual so abläuft. Erst die Hose, dann die Schuhe, Daniela!

Jan Svensson werden die wenigsten Leserinnen und Leser hier kennen, einige aber vielleicht seinen Künstlernamen „Harpo“. Der barfüßige Barde aus Schweden hat in den 1970er Jahren einige Welthits gehabt, unvergessen sein Song „Moviestar“ von 1979. 30 Wochen stand er damit in den deutschen Media Control Charts. Diesen Song spielen die masochistischen Monster von Absolut Bella freilich nicht, sondern ein späteres Werk von ihm. Harpo ist übrigens Widder…

Veröffentlicht von kaiwimmer

Gern unterwegs

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