Brauweiler – bewundern, beten, brauen

Ein güldener Tag schickt sich an Wirklichkeit zu werden. Sanft streicheln saumselige Sonnenstrahlen die Wiesen, Haine und Felder der Heimat und wir beschließen einen Ort zu besuchen, der jahrhundertelang Geschichte schrieb: Brauweiler.

Vision: Bonner Rathaus 2032

Der Ort gehört zu Pulheim, ist aber dennoch sehr schmuck. Er besteht seit weit über 1000 Jahren, wurde anfangs „Brunivilare“ oder „Brunwillre“ genannt. Weil ersteres aber klingt wie eine Gasthermen-Manufaktur und letzteres wie die dicke Tante aus der Eifel, hat man sich doch auf Brauweiler geeinigt. Die Legende besagt, dass dort, vor den Toren Kölns einst Bier gebraut wurde, weil war halt so…

Abtei, Gefängnis, Hospital

Dass Brauweiler bis heute eine der weitaus schöneren Gemarkungen des Rhein-Erft-Kreises ist, ist auch durch die Existenz der Abtei Brauweiler begründet. Mitsamt der Nikolauskirche ist die ehemalige Abtei eines der größten romanischen Bauwerke des Rheinlandes.

St. Nikolaus war ein Seemann

Die Geschichte des Bauwerks ist dabei sehr lang und, nennen wir es mal…vielfältig. So „vielfältig“, dass man kaum muntere Bonmots dazuformulieren möchte. Heute ist die ehemalige Benedikterabtei (das sind die Mönche mit den Bierbrau-Skills), Sitz des LVR-Archivs, Museum, Tagungscenter. Einst war sie aber auch schon Gefängnis, Bettlerdepot, Krankenhaus, KZ und Gestapo-Knast. Kölns ehemaliger Oberbürgermeister Konrad Adenauer saß hier ein bevor er sich Jahre später selbst zum Bundeskanzler wählte (stark vereinfachte Überlieferung)

Hätte ich was zu sagen, würde ich einen riesigen Biergarten draus machen und ein Open Air-Kino für Klassikerkomödien wie „Zwei Nasen tanken Super“ oder „Superstau“. Aber mich fragt ja niemand.

Theaterstraße mit vier Häusern, das macht 1.300€ Miete

Durch die neugestaltete Ortsmitte mit zahlreichen Geschäften und Gastronomieangeboten haben leider ehemalige Einkaufs – Center im Ort stark gelitten und erinnern jetzt eher an Hoyerswerda 1992. Da besteht sicherlich noch ein wenig Nachholbedarf für den örtlichen Stadtteilmanager.

„Wow! So ein langer Schlauch!“

Was einem wirklich positiv auffällt ist, dass wir erst in einer der letzten von uns besuchten Straßen Orchideenarrangements in den Fenstern vorgefunden haben. Auf der nach unten offenen Orchideen-Skala bedeutet das, dass hier zumindest ein paar Menschen mit Geschmack wohnen. Außerdem ist es bemerkenswert, wie sehr man hier alte und neue Häuser und Bauwerke miteinander verbunden hat. So wirken die alten Häuser nicht baufällig und die neuen Häuser nicht, als hätte man sie mit Gewalt reingeklatscht

le Waldsterben (frz.)

Auch die Parkanlagen rund um die ehemalige Abtei sind schön anzuschauen und für Besucher geöffnet. Hier kann man locker mal die 100 engsten Freunde zu einem ausgiebigen Grillfest einladen 🙂

Olivia Jones hatte ihren Schmuckkasten vergessen

Wer also mal einen Sonntag mit schönen Ausblicken genießen möchte ohne sich die Netzhaut durch all die gewohnte Hässlichkeit zu verletzen, der ist in Brauweiler gut aufgehoben. Man sollte allerdings auch nicht zu viel Zeit hier verbringen, denn wenn die Sonne erst einmal untergeht… Man weiß ja nie…

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Die Themen der Woche

Wir sprachen über:

  • die Fernsehsendung „Denn sie wissen nicht, was passiert“ des überaus sympathischen Familiensenders RTL und dass es eine minder gute Idee war, „Dennis aus Hürth“ die Show einmal moderieren zu lassen
  • Wahlplakate und ihre fehlende Anmut, Aussagekraft und umstrittene Wirkung. Jeder, der Aaron Spielmanns kennt, weiß, was wir meinen
  • Die Hemdenauswahl eben jenes Aaron Spielmanns, der wahrscheinlich in der Herrenboutique von Corinna May ausstaffiert wurde

Die Lieder der Woche

Wir sangen:

  • Auf „Absolut Bella“ ist einfach Verlass. Ein Sender, der Freunden abseitiger Melodeien wohl tut. Der ehemalige „Caught in the act“-Barde Eloy de Jong schämt sich immer noch nicht für seine Frühwerke und legt nun in nicht besserer Qualität nach. „Barfuß im Regen“ stellt einen Tiefpunkt dar, der selbst Michael Holm in einem nüchternen Moment in Schockstarre versetzen müsste.
  • Wer sich noch an die musikalischen Gehversuche der sympathischen Knitterfresse Volker Lechtenbrink erinnert, der hat neben der Werbung für grobkörnigen Landkaffee der Sorte „Muckefuck meets Hafer“ hoffentlich seinen Hit „Der Macher“ vergessen. Besser so!

Veröffentlicht von kaiwimmer

Gern unterwegs

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