Bewundernswürdiges Berrendorf – Willkommen in der Wortspielhölle

Was kann nach unserem Besuch in Berrenrath vergangene Woche nun folgen? Ein Ausflug nach Berrendorf. Wie oft habe ich diese beiden Orte in den vergangenen Jahren verwechselt. Das soll mir nun nicht mehr passieren, zu unterschiedlich sind doch die Eindrücke und Begegnungen. Berrenrath war ja überraschend idyllisch und fast schon pittoresque.

Besinnung auf das Wesentliche! Auch das zeichnet Berrendorf aus

Erst einmal sei festzuhalten, dass die Parkplatzsuche in Berrendorf schnell erledigt ist, Parkraum ist ausreichend vorhanden. An der Michael Ende-Schule beispielsweise. Und wenn wir einmal das wahrscheinlich erfolgreichste Werk des Schriftstellers nehmen, dann könnte das dort viel beschriebene „Nichts“ hier seinen Ursprung genommen haben.

 Das Nichts. Wie eine Flutwelle, eine Lawine, die jedoch kein Geräusch verursacht, wälzt es sich durch Phantasien und schlingt alles auf, was ihm auf seinem Weg begegnet – alles Leben, alle Farbe, jeden Duft, jeden Laut und jedes Gefühl.

Michael Ende, „Die unendliche Geschichte“

Man schaut sich um und hat das ungute Gefühl, dass oben genanntes jeden Moment eintrifft – oder schon eingetroffen ist. So führt uns beispielsweise unser zuerst eingeschlagener Weg an der Grouvener Str. plötzlich nicht weiter. Er endet einfach. Das hat er gemeinsam mit unserer Hoffnung. Wo die Wege enden, erschließen sich neue Perspektiven! Beispielsweise auf eine bezahlbare zukünftige Behausung. Da hat Berrendorf durchaus etwas zu bieten. Prachtbauten mit Potenzial. Für Liebhaber. Und Bastler.

Pipi hat einfach keinen grünen Daumen

Artenschutz und konische Säulen

Nur wenige Meter weiter wird uns stracks vor Augen geführt, was man mit ein bisschen Zement, Gips, Grips und guten Ideen auch aus der bescheidensten Hütte zu zaubern vermag. Man muss es nur wollen. Nicht so einfach für Menschen, die im ersten Leben nicht römische Provinzstatthalter waren.

Im Rosengarten hinter dem Haus hielt Donald gern seine Ansprachen

Das urbane Zentrum des Ortes zeichnet sich durch die Tatsachen aus, dass man hier Geld abheben und gleich ausgeben kann. Beispielsweise in der örtlichen griechischen Feinkostmanufaktur oder beim sonntags geöffneten Bäcker, der seinen Beruf verfehlt hat, wäre ein Änderungsatelier doch eigentlich namentliche Berufung gewesen.

Wer in einer fremden Umgebung schon mal bei Freunden eingeladen war nachdem diese kostenbedingt die große Stadt verlassen und ins ländliche Brachland umsiedeln mussten, der weiß, wie schwer es oft ist, die richtige Adresse der Freunde zu finden. In Berrendorf ist man da pragmatisch und hat die Beschriftung der Straßenschilder gekonnt ausgewählt:

Immer hungrig, nie satt

Wer sich neben den Essers ebenso in Berrendorf wohlfühlt, das könnten beispielsweise Geier sein. Oder andere geschützte Arten. Hat man doch eigens ihretwegen einen Turm des Ortes umgewidmet.

Vor einigen Wochen haben wir hier an dieser Stelle über unseren Besuch in Pulheim-Stommeln berichtet. Treue Leser jedweden Geschlechts mögen sich daran erinnern, dass wir dort unter anderem auf den Spuren Michael Jacksons waren, der dort einst einige Songs aufgezeichnet hat. Nun werden wir wieder an den King of Pop erinnert. Weshalb auch immer. Sollte sich sein Fahrer einst verfahren haben?

Michael Jackson liebte Küchenlampen im altdeutschen Stil

Dass Berrendorf aber auch Heimat kreativer Wortakrobaten ist, das haben wir auch feststellen und goutieren müssen. Manchmal ist mehr halt doch mehr.

Haarsträubende Wortspiele

Kurz: Ein Besuch in Berrendorf lohnt sich, wenn man sich verfahren hat und spontan griechisch einkehren möchte (im gastronomischen Sinn aber auch nur…) oder wenn man die Essers besuchen möchte!

Die Themen der Woche

– Immer noch lassen uns die schlimmen Bilder aus den benachbarten Flutgebieten nicht los. Nach einem beruflichen Besuch in Erftstadt-Blessem weiß man wirklich nicht, wie lange es dauern soll bis der Ort wieder aufgebaut ist.

– Menschen, ehemalige Webgegleiter und Bekannte, die urplötzlich über Facebook eine Freundschaftseinladung schicken, obwohl man sie zu ihren besten Zeiten schon nicht ansatzweise „Freund“ tituliert hätte.

Die Lieder der Woche

– „Absolut Bella“ bewies einmal mehr seinen Hang zur überraschenden Playlistgestaltung und präsentierte uns Butterfly von Danyel Gerard.

– Lange nicht mehr gehört: Das Meisterwek von Adamo

Veröffentlicht von kaiwimmer

Gern unterwegs

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