Wandern am Horst – Naturnahes Niederbolheim

Das hat der Gesellenvater nicht gewollt

Wir Beide leben ja nun auch schon ein paar Jahre im Kerpener Stadtgebiet und wir haben auch beruflich und privat durchaus viele Menschen aus der Region kennen und wenige davon schätzen gelernt. Aber den Satz: „Hallo, ich komme aus Niederbolheim“, den haben wir tatsächlich noch nie gehört. Gelegen an der äußersten südwestlichsten Ecke des Kerpener Stadtgebiets und damit auch kurz vor der Grenze zu Mordor (Kreis Düren) liegt dieser beschauliche Stadtteil jenseits der B477.

Als die Römer mit der Bundesbahn kamen

Wer also einmal von Tempo 140 runterbremst und scharf links abbiegt, befindet sich schnell im zugigen Zentrum des Ortes, das – zugegeben – von jeder Ecke des Ortes schnell erreicht ist. Einst führte eine alte römische Heerstraße von Neuss an Niederbolheim vorbei über Zülpich bis in die Eifel bzw. bis nach Trier. Man kann sich vorstellen, wie der durstige Römer einst Zuflucht in der Taverne „F104“ suchte. Manch Artefakt aus damaliger Zeit scheint dort bis heute konserviert.

Mit den Clowns kamen die Tränen

Kleiner Fun Fact: In besagter Gaststätte befindet sich angeblich immer noch der erste „Paul Panzer“-Fanclub des Landes. Und dafür gibt es einen trifftigen Grund. Hier hören:

„Im weißen Rössl“ – B-Location

Die Blütezeit scheint das Idyll aber zu Beginn bzw. bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erlebt zu haben. Denn kaum waren die Römer weg, konnte der gesellige Wanderfreund per Bahn nach Niederbolheim reisen. Von Frechen aus ging es über Kerpen bis nach Nörvenich – inkl. eines Bundesbahnhofs in Niederbolheim. Diese Blütejahre sind lange vorbei. Wer heute nach Niederbolheim möchte reist per Auto, Trecker, per Pedes oder per Flugzeug an – befindet sich doch der Fliegerhorst Nörvenich in unmittelbarer Nachbarschaft. Das sorgt zum einen dafür, dass man nicht allzu weit um den Ort herum wandern kann, ohne sich auf militärischem Sperrgebiet wiederzufinden und zum anderen sorgen die donnernden Tornados der Luftwaffe dafür, dass man sich bisweilen nicht allzusehr in tiefe, lange Gespräche verwickeln sollte, werden diese doch gerne mal unterbrochen.

Keine Kaltblüter

Wer nicht wie die im Stadtgebiet im Exil lebende britische Schlagerikone Graham Bonney über einen Flugschein nebst Flugzeug verfügt, dem nützt die Landebahn des Fliegerhorstes wenig, aber der- oder diejenige kann heiter hoch zu Ross anreisen – befindet sich in Niederbolheim doch auch ein schmuckes Gestüt. Reiten auf Pferden kann ja auch durchaus beruhigend sein.

Qual der Wahl mal andersrum

Eine Villa im Niemandsland

Unweit des Stadtkerns wandert man an Straßen mit sehr weitläufiger Bebauung durchs Grün und landet flugs an der Villa Sophienhöhe. Der ehemalige Landrat des Erftkreises betreibt namentliches Restaurant/Hotel. Einer von uns Beiden war hier vor langer Zeit bereits einmal Gast einer Hochzeit. Muss gut gewesen sein, hat er doch keinerlei Erinnerungen mehr an den Abend…

Disneys „Haunted mansion“ zog Besuchermassen an

Die Restauration ist derzeit wegen dieses kleinen pandemischen Vorfalls im Land geschlossen, deshalb führte uns der Weg stracks zurück durch gelbe Rapsfelder zu unserem Ausgangspunkt, unweit der Niederbolheimer Kapelle.

Die Themen der Woche

Worüber wir sprachen:

  • Wo ein Niederbolheim, da doch eigentlich auch ein Oberbolheim! Genau, wo ist eigentlich der Nachbarort – man sah ihn nirgends und doch gibt es ihn. Also…das Remake quasi. Oberbolheim wurde wegen des fürchterlichen Fluglärms umgesiedelt und befindet sich nun im Nörvenicher Stadtgebiet. Die alten Häuser wurden flugs nach Verlassen des Ortes platt gemacht. Der einzige Ort im Land, der wegen Fluglärms umgesiedelt werden musste.
  • Ungewöhhnliche Namen und ihre herausragende Stellung bei der Google-Suche. Wer Annegull heißt, der wird schnell gefunden.
  • Impftermine und den passendeen Impfstoff. Conclusio: Wir wollen beide den Zaubertrank, in den einst Obelix fiel.

Die Lieder der Woche

Wir sangen:

  • „Absolut Bella“ – der Sender für Menschen, die auch gerne auf Shellack gehört haben überraschte mit einer besonders unangenehmen Kooperation zwischen den stiefelettentragenden Recken von „Santiano“ und der minderklingenden „Faun“. „Tanz mit mir“ nennt sich das Machwerk.

Veröffentlicht von kaiwimmer

Gern unterwegs

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